· 

Landschaftskino zwischen Narvik und dem Dovrefjell

Abisko NP, Schweden
Am frühen Morgen im Abisko Nationalpark

In der Nacht wird es so kalt, dass wir bei der Fahrt durch die Berge des Abisko Nationalparks teilweise vereiste Straßen vorfinden und entsprechend vorsichtig unterwegs sein müssen. Ab der norwegischen Grenze geht es wieder nach unten und es wird dabei spürbar wärmer. Wir kommen durch Narvik, wo wir unsere Vorräte auffüllen und fahren weiter auf der Europastraße E6 in südliche Richtung. Dabei fällt uns auf, dass hier an der Küste Norwegens noch deutlich mehr buntes Herbstlaub an den Bäumen hängt als im kälteren Schweden und Finnland, klar sichtbarer Einfluss des Golfstroms. Auf der kleinen Insel Storøya im Efjord finden wir einen schönen Rastplatz für die Nacht. Wir wandern eine Zeit durch das unwegsame und teilweise morastige Gelände und haben dabei vom Ufer des Fjordes tolle Blicke zu den umliegenden schneebedeckten Gipfeln.

Efjord, Norwegen
Auf der Insel Storøya im Efjord

Efjord, Norwegen
Am Ufer der Insel Storøya

Bei leichtem Regen geht es am nächsten Morgen weiter durch wunderschöne Berglandschaft mit leuchtend gelben Herbstbäumen und Gipfeln, die meist in dicken Wolken stecken. Einen tollen Kontrast dazu bilden Fjorde, Seen und rauschende Flüsse. In der Stadt Fauske finden wir bei einem Gartenmarkt eine Gastankstelle, bei der wir unseren Tank auffüllen und somit wieder einen großzügigen Vorrat dabei haben. Wir übernachten sechzig Kilometer südlich von Fauske abseits der Europastraße mitten im Wald, wo zwei tosende Gebirgsflüsse ineinander münden.

Norwegen
Fahrt durch das nördliche Norwegen

Tømmerneset, Norwegen
Malerische Felsen bei Tømmerneset

In der Nacht hören wir dann nur das Rauschen des Wassers, ansonsten ist es völlig still. Gegen Morgen beginnt es wieder leicht zu regnen, was den traumhaften Anblick der Landschaft, durch die wir fahren, kein bisschen stört. Wir machen einen kurzen Stopp am Polarkreis, wo das Touristenzentrum für diese Saison bereits geschlossen ist und erst am ersten Mai wieder öffnen wird. Nach ein paar wenigen Fotos fahren wir weiter in die Stahlstadt Mo i Rana, in der wir weitere Flüssigkeit für unsere Heizungsanlage kaufen, die zwei Liter, die wir bereits nachgefüllt haben, waren nämlich nicht ausreichend. Weitere hundert Kilometer südlich von Mo i Rana erreichen wir bei Trofors unser heutiges Tagesziel, einen schön und ruhig gelegenen Campingplatz, bei dem wir als erstes die Waschmaschine und den Trockner für unsere bisher angefallene Wäsche nutzen. Hier regnet es immer wieder, sodass wir nicht viel von der schönen Umgebung haben.

Norwegen
Fahrt bei Regen durch das Hochland in Norwegen


Auch am Donnerstag haben wir viel Regen, was uns kaum stört, da wir ohnehin hauptsächlich Strecke machen wollen. Wir kommen bis nach Rinnan, südlich von Steinkjer und immer noch etwa hundert Kilometer vor Trondheim. Hier ist sehr viel Verkehr und es gibt keine so tollen Stellplätze mehr, wie wir das in den letzten Wochen geliebt haben. So stellen wir uns für die Nacht auf einen Stellplatz, der zwar geschlossen ist, aber trotzdem zugänglich bleibt. Es gibt eben keine Einrichtungen in Betrieb, aber die brauchen wir ja nicht. Dafür ist der Platz zur Zeit kostenlos. Zu unserem Pech wird die E6, die nahe am Stellplatz vorbei führt, ausgerechnet in dieser Nacht aufgefräst, was bis gegen zwei Uhr in der Nacht für anhaltenden Lärm sorgt. Schlafen ist trotzdem möglich, außerdem ist es interessant, wie effizient hier die Straßen instand gehalten werden.



Am Freitag geht es aus der sehr städtischen Umgebung von Trondheim wieder in die mächtige Natur Norwegens. Auf der Fahrt hinauf zum Dovrefjell, dem zentralen Gebirgszug in Mittelnorwegen, erwischt uns ohne Vorankündigung der Winter und wir haben plötzlich Schnee neben der Straße und auf den umgebenden Bergen. Wir fahren bis nach Hjerkinn, einem kleinen Dorf auf 990 Meter Höhe, wo wir vom Campingplatz aus die Gegend erkunden wollen.

Norwegen
Bei der Fahrt zum Dovrefjell erwischt uns der Winter


Vom Abisko Nationalpark in Schweden sind es weniger als hundert Kilometer bis in die norwegische Hafenstadt Narvik. Doch dann kommen mehr als tausend Kilometer wahres Landschaftskino durch die Regionen Norwegens, bis wir auf der Passhöhe am Dovrefjell ankommen. Wir erleben diese großartige Landschaft bei sehr wechselhaftem Wetter, was der Schönheit überhaupt nicht schadet. Eigentlich haben wir diesen Abschnitt zwischen Süden und Norden als eintönig und weniger attraktiv erwartet, sind jetzt aber sehr überrascht, wie lohnend und abwechslungsreich sich die lange Fahrt zeigt. 

In den nächsten Tagen und Wochen wollen wir die norwegischen Landschaftsrouten im südlichen Teil des Landes entdecken.

Karte Skandinavien
Unsere bisherige Route auf dieser Reise

Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Ines (Sonntag, 19 Oktober 2025 08:35)

    Sehr beeindruckende Bilder, allein schon beim ansehen und ihr seid mittendrin. Sicher ein unvergessliches Erlebnis.
    Weiterhin viel Freude und schöne Erlebnisse.
    Liebe Grüße Ines

  • #2

    Maria und Alfredo (Sonntag, 19 Oktober 2025 21:02)

    Hi, seid ja schnell unterwegs. Die Strecke sah bei unserer Tour im Sommer annodazumal auch nicht viel anders aus, war nur unwesentlich wärmer. Weiterhin gute Reise und tolle Erlebnisse, Liebe Grüße aus der Gascogne!