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Landschaftskino Norwegen - Inhalt |
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| ▶ Landschaftsrouten im südlichen Norwegen | |
| ▶ Durch Helgeland und die Lofoten | |
| ▶ Raue Schönheit der nördlichen Provinzen | |
| ▶ Lange Fahrt durch Lappland in den Süden | |
| ▶ Highlights Polarlichter |
Auf dieser Reise durch Norwegen wollten wir eigentlich den Süden des Landes ausgiebig erkunden, landen am Ende aber am Nordkap und auf der Varanger Halbinsel im hohen Norden.
Dieser erste Abschnitt führt uns über tolle Bergstraßen um den Geirangerfjord und über den phantastischen Atlanterhavsvegen entlang der Küste bis nach Trondheim.
Themen auf dieser Seite
| Planung und Vorbereitung |
Idee unserer Reise durch Norwegen |
| Fahrt nach Lom in Norwegen |
Auf dem schnellsten Weg ins Jotunheimen Gebirge |
| Gebirgsstraßen um den Geirangerfjord |
Überwältigende Landschaft zwischen Strynefjell, Geirangerfjord und Trollstigen |
| Über den Atlanterhavsvegen nach Trondheim |
Über die kühnen Brücken des Atlanterhavsvegen ins Fylke Trøndelag |
| Karte unserer Reise |
Landschaftsrouten im südlichen Norwegen |
Den Spätsommer und Herbst wollen wir 2025 im südlichen Norwegen verbringen und dort die spektakulären Fjorde des Landes erkunden. Wir reisen bewusst erst nach dem Ende der Hochsaison, um die großartige Natur möglichst ungestört genießen zu können. Für die Dauer der Reise nehmen wir uns nichts Konkretes vor, sobald das Wetter im Herbst zu gruselig wird, werden wir die Heimreise antreten.
Als Vorbereitung haben wir mehrere Reiseführer durchgearbeitet und uns im Internet schlau gemacht, sodass wir die attraktivsten Ziele kennen, die wir gerne ansteuern wollen. Zwei sehr wertvolle Quellen sind dabei der sehr gut gemachte nordlandblog und die von der norwegischen Straßenverwaltung herausgegebene Übersicht der Norwegischen Landschaftsrouten.
Am Anfang der Tour möchten wir uns so früh wie möglich mit unseren Freunden Helga und Wolfgang treffen, die bereits seit Anfang August mit ihrem Wohnmobil in Norwegen unterwegs sind, um dann gemeinsam eine Zeit lang durch das Land zu reisen.
Von den vielen möglichen Anfahrtsrouten nach Norwegen entscheiden wir uns wenige Tage vor der Abfahrt für die Fährverbindung von Kiel nach Göteborg. Zu diesem Zeitpunkt ist das die günstigste und eine der schnellsten Alternativen.
So fahren wir am Sonntag, den 31.August ganz entspannt los und erreichen am frühen Nachmittag in der südlichen Lüneburger Heide den privaten Stellplatz am Becklinger Holz. Dort stehen wir schön zwischen Bäumen und Büschen und bekommen im hauseigenen Restaurant ein leckeres Abendessen mit frischen Pfifferlingen.
Von Becklingen fahren wir am Montag weiter über Hamburg, wo es wie üblich am Elbtunnel ordentlich Stau gibt, bis nach Kiel zum Fährhafen am Schwedenkai. Nach einer guten Stunde Wartezeit können wir auf das Schiff fahren und unsere kleine Kabine beziehen. Die Fähre legt gerade so rechtzeitig ab, dass wir einen wunderschönen Sonnenuntergang während der Fahrt in Richtung zur Ostsee genießen können.
Nach einer ruhigen Überfahrt erreichen wir am Dienstagmorgen Göteborg und können uns nach einem reichhaltigen Frühstück an Bord der Fähre auf den Weg nach Norden machen. Um zügig voran zu kommen fahren wir die ganze Strecke auf der Autobahn E6, bezahlen kurz vor der Grenze zu Norwegen über die App Tolletaten den Zoll für unsere mitgeführten Getränke und sind um die Mittagszeit in Oslo. Hier herrscht deutlich mehr Verkehr als auf der restlichen Strecke, trotzdem ist es auch hier immer noch entspannt zu fahren. Etwa sechzig Kilometer nördlich von Oslo kommen wir am See Hurdalssjøen zu dem Parkplatz, den wir uns für diese Nacht ausgesucht haben. Es gibt genügend Platz für mehrere Wohnmobile, wobei heute nur zwei weitere Fahrzeuge hier übernachten. Nach einem ausgiebigen Spaziergang durch den Wald und am nahegelegenen See verbringen wir eine ruhige erste Nacht in Norwegen.
Am Mittwoch folgen wir zunächst weiter der E6, für die die Mautgebühren über den Chip an unserer Windschutzscheibe automatisch erfasst werden. In Otta zweigen wir ab und kommen durch eine sehr abwechslungsreiche Landschaft immer am Fluss Otta entlang, nach weiteren hundert Kilometern nach Lom.
Hier treffen wir am Nordal Camping unsere Freunde Helga und Wolfgang, so wie wir es unterwegs mit ihnen ausgemacht haben. Der Platz liegt unmittelbar neben der beeindruckenden Stabkirche von Lom, die bereits im 12. Jahrhundert erbaut wurde und somit als die älteste des Landes gilt. Wir besichtigen die Kirche bei sonnigem Wetter, bevor es am Abend und in der Nacht bei stürmischen Böen teilweise stark regnet.
Den Donnerstag, 4. September beginnen wir mit leckeren Rosinenbrötchen aus der sehr beliebten Bäckerei in Lom, bevor es von hier aus immer höher ins Gebirge geht. Beim Berghotel Grotli zweigt links die unbefestigte Straße Gamle Strynefjellsvegen ab, die uns bei sehr wechselhaftem Wetter bis auf mehr als 1100 Meter Höhe bringt. Die Landschaft ist einfach überwältigend, was durch die tief hängenden Wolken und die immer wieder auftretenden sonnigen Abschnitte noch weiter verstärkt wird. Alle paar Kilometer halten wir an und freuen uns an blau leuchtenden Seen, dramatischen Bergen, weißen Schneefeldern und dem traumhaften Licht. Der Gamle Strynefjellsvegen ist für uns die erste der insgesamt 18 norwegischen Landschaftsrouten und macht sofort Lust auf mehr.
Nach dem Strynefjellsvegen fahren wir durch einige lange Tunnels weiter über Berge und tolle Passstraßen bis nach Geiranger, wo wir auf dem gut besuchten Campingplatz direkt am Fjord übernachten. Wir haben das Glück, dass gerade kein Kreuzfahrtschiff im sehr berühmten Fjord liegt, sodass wir einen ungestörten Blick auf die wunderschöne Landschaft haben.
Für den Freitag haben wir zusammen mit Helga und Wolfgang zwei schöne Ideen, entweder eine lange Wanderung zu einem der unzähligen Wasserfälle, oder ganz gemütlich eine Bootsfahrt auf dem Fjord zu unternehmen. Wir entscheiden uns für die Fahrt mit dem Schiff und sind schon ein bisschen überrascht, wie viele andere Touristen den gleichen Plan haben. Das Boot ist rappelvoll, vor allem die Sitzplätze auf dem Oberdeck sind alle schon belegt, sodass wir die neunzig Minuten dauernde Fahrt direkt an der Heckreling verbringen, von wo wir eine perfekte Sicht haben. Von den mehrere hundert Meter hohen Felswänden auf beiden Seiten des Geirangerfjordes stürzen spektakuläre Wasserfälle wie “Die Sieben Schwestern” oder “Der Freier“ direkt gegenüber, da kommen wir uns auf dem Schiff schon ziemlich klein vor. Wieder sind es viele Wolken, die bei strahlendem Sonnenschein für eine zauberhafte Stimmung sorgen.
Gleich nach unserer Rückkehr zum Campingplatz in Geiranger machen wir uns auf den Weg zur Adlerstraße. Dieser erste acht Kilometer lange Teil der Landschaftsroute Geiranger - Trollstigen schlängelt sich über elf Spitzkehren auf eine Höhe von 620 Metern über dem darunter liegenden Geirangerfjord zu der Aussichtsplattform Ørnesvingen, von der wir einen spektakulären Blick nach Geiranger und in den Fjord haben.
Einige Kilometer hinter Ørnesvingen entdecken wir links von der Straße den Bergsee Eidsvatnet, in dessen auffallend glatter Oberfläche sich die umliegenden Gipfel wunderschön spiegeln. Nach einem kurzen Fotostopp am See kommen wir bald nach Eidsdal, dem Startpunkt unserer ersten Fähre in Norwegen, die uns in wenigen Minuten über den Norddalsfjord nach Linge am gegenüberliegenden Ufer bringt.
Die Erfassung über den Chip an der Windschutzscheibe und die entsprechende Abrechnung erfolgt reibungslos, so wie wir uns das bei der Registrierung auf autopassferje.no gewünscht haben. So müssen wir uns bei den inländischen Fähren unterwegs um gar nichts kümmern und erhalten obendrein einen Rabatt von 50% auf den regulären Preis.
In der kleinen Ortschaft Sylte holen wir uns an der Heißtheke eines Supermarktes einige Leckereien, die wir uns an einem Picknicktisch am Bootshafen des Dorfes schmecken lassen.
Beim Gudbrandsjuvet, das wir nach weiteren fünfzehn Kilometern erreichen, hat der Fluss Valldøla im Laufe von Tausenden von Jahren tiefe Gletschertöpfe entstehen lassen, durch die das Wasser tosend in einer engen Schlucht verschwindet. Auf einer geschwungenen Aussichtsplattform können Besucher das Spektakel bequem und sicher bewundern.
Immer weiter zieht sich die Straße vom Gudbrandsjuvet ins Gebirge, bis wir weit über der Baumgrenze durch ein mystisches und karges Hochland fahren. Tief hängende dunkle Wolken verstärken die Stimmung dieser rauen Landschaft. Am Aussichtspunkt Trollstigen mit seinem architektonisch künstlerisch gestalteten Besucherzentrum wandern wir zu mehreren Plattformen, die teilweise einige hundert Meter über der abenteuerlichen Serpentinenstraße schweben. Wir sind begeistert von diesem grandiosen Landschaftserlebnis. Anschließend gelangen wir über viele Spitzkehren vom Trollstigen wieder hinunter auf Meereshöhe nach Åndalsnes, wo wir uns einen guten Campingplatz am Stadtrand aussuchen.
Hier verbringen wir einen schönen und gemütlichen Abend im Wohnmobil, der auch zugleich der letzte gemeinsame Abend mit Helga und Wolfgang auf dieser Tour ist, da die beiden morgen die Heimreise antreten werden und wir von da an wieder alleine unterwegs sein werden.
Bei strahlendem Sonnenschein nehmen wir am Samstagvormittag die erste Seilbahn von Åndalsnes auf den 708 Meter hohen Berg Nesaksla. Den Vagabund parken wir bequem auf einem riesigen Platz am Bahnhof, für den wir die Gebühren ganz einfach mit der easypark App bezahlen. Von oben genießen wir während einer kurzen Wanderung die perfekte Aussicht auf den Romsdalsfjorden, über den malerische weiße Wolken ziehen.
Wieder im Tal drehen wir eine Runde durch den angenehmen Ort und machen uns dann auf den Weg in Richtung zum Atlantik. Die Strecke führt häufig an traumhaften Fjorden entlang, quert immer wieder einen steilen Bergrücken und läuft wie so oft in Norwegen auch ein ganzes Stück auf der Autofähre. Wir kommen durch die blühende Rosenstadt Molde und erreichen am Nachmittag den nagelneuen und top ausgestatteten Stellplatz Hustadvika Panorama wenige Kilometer nördlich vom kleinen Küstenort Bud. Dort stehen wir nahe am Meer und können auf einem befestigten Wanderweg entlang der felsigen Atlantikküste wandern.
Am Sonntag wollen wir uns die nächste der norwegischen Landschaftsrouten, die sogenannte Straße im Meer, vornehmen. Zuvor gibt es aber noch eine ganz besondere Spezialität. Nicht weit vom Stellplatz bei Bud, auf einer vorgelagerten steinigen Insel, liegt die berühmte Fischräucherei Drågen Smokehouse, die wir über sehr enge Sträßchen erreichen. Erst scheint es so, als ob in dem unauffälligen Häuschen heute niemand beschäftigt wäre, doch dann kommt der Besitzer aus einem daneben stehenden Wohnwagen und öffnet die Tür zum einfachen Verkaufsraum. Dort gibt es verschiedene Sorten von geräuchertem Lachs, von denen wir uns einige aussuchen. Auf Nachfrage dürfen wir auch einen Blick in die Rauchkammer werfen, in der die Fische drei Tage lang mit lokalem Wacholderholz behandelt werden. Der Betreiber betont, dass die Lachse spätestens 24 Stunden nach dem Fang in den Rauch kommen und dass ausschließlich lokale, natürliche Zutaten verwendet werden. Eine Kostprobe später am Tag übertrifft sogar unsere hohen Erwartungen, der Graved Lachs schmeckt tatsächlich traumhaft lecker.
Nun geht es in nördlicher Richtung weiter zum Atlanterhavsvegen. Über sieben teilweise abenteuerlich geschwungene Brücken führt die Straße von Insel zu Insel, auf denen mehrere Aussichtspunkte zum Verweilen einladen. Am Nachmittag erreichen wir Kristiansund, eine beschauliche Hafenstadt, die sich über vier Halbinseln an der Küste erstreckt. Für Wohnmobile gibt es hier die Möglichkeit, auf einem zentralen Parkplatz zu übernachten, der am Sonntag sogar kostenlos ist.
Bevor wir in Kristiansund am Montagmorgen von den Beschäftigten der umliegenden Geschäfte zugeparkt werden, verlassen wir die Stadt in Richtung Trondheim. Nach einer Fahrt durch tolle Landschaft kommen wir dort kurz nach 13:00 Uhr an und können sofort auf den von unterwegs gebuchten Stellplatz nahe des Zentrums auffahren. Der Platz ist zwar nicht mehr als ein großer Parkplatz, dafür sind wir von hier aus zu Fuß schnell und bequem bei den Sehenswürdigkeiten der Stadt.
Bei schönstem Sommerwetter ziehen wir durch die Straßen Trondheims, wobei uns ganz besonders die Lage vieler Gebäude direkt an den Kanälen gefällt. Trondheim, das im Jahr 997 als Nidaros gegründet wurde, ist mit etwa 220.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt Norwegens. Im hiesigen Nidarosdom finden bis in die Gegenwart die Krönungsfeiern norwegischer Könige statt sowie viele andere Feierlichkeiten der royalen Familie.
Obwohl wir ursprünglich geplant hatten, das südliche Norwegen zu erkunden, entscheiden wir am Abend, nach dem bisher gesehenen und erlebten zunächst einmal weiter in den Norden zu fahren. Das Wetter verspricht gut zu bleiben und so haben wir uns als erstes die 433 Kilometer lange Landschaftsroute Helgelandskysten vorgenommen, die uns bis weit über den Polarkreis hinaus führen wird.