· 

Schwedische Schlösser und ein Aschehaufen

Nach unserem kurzen Besuch in Göteborg fahren wir am Freitag, 24.April durch hügelige, überwiegend landwirtschaftlich genutzte Gegend zum Vänern, dem größten See Skandinaviens, der immerhin zehnmal so groß ist wie der Bodensee. Auf einer malerischen Halbinsel am südlichen Ufer des Vänern liegt das barocke Schloss Läckö mit großzügigen Parkmöglichkeiten für Wohnmobile. Vom Stellplatz aus machen wir eine kleine Wanderung um das Schloss, dessen vordere Fassade aktuell leider durch ein großes Gerüst zur Renovierung verborgen ist. Auch der Rest des Gebäudes scheint eine Sanierung dringend nötig zu haben, was den tollen Anblick auf der Landzunge für uns aber nicht besonders beeinträchtigt.

Schloss Läckö, Vänern, Schweden
Das Schloss Läckö liegt auf einer Halbinsel im Vänern See


Nach einer sehr ruhigen Nacht geht es für uns am Samstag weiter bis nach Kumla, etwa zwanzig Kilometer südlich der Stadt Örebro. Außerhalb von Kumla finden wir am Fuß der Kvarntorper Halde einen abgelegenen Wohnmobilstellplatz für die nächste Übernachtung. Hier wurde zwischen 1941 und 1966 Alaunschiefer abgebaut, um daraus Öl, Schwefel und Benzin zu gewinnen. Die noch warmen Restprodukte wurden auf die Halde befördert, wodurch ein 110 Meter hoher Aschehaufen entstand. Noch heute treten an manchen Stellen schweflige Dämpfe aus, wie wir bei einer Wanderung über den Berg feststellen. Von oben haben wir einen weiten Blick über das flache Land mit einigen durch den Schieferabbau entstanden Seen. Um den Gipfel des Kvarntorpshögen stehen mehrere skurrile Skulpturen, deren Sinn sich uns nicht so einfach erschließt, sodass wir uns von dem eiskalten Wind, der trotz strahlendem Sonnenschein weht, schnell wieder nach unten in den warmen Vagabund treiben lassen.

Aschehaufen Kvarntorpshögen, Schweden
Der Aschehaufen Kvarntorpshögen wurde aus Resten der Ölgewinnung aufgeschüttet


Am Sonntag fahren wir auf gut ausgebauten Straßen bis nach Mariefred zum großen Besucherparkplatz des Schlosses Gripsholm. Bei windigem Wetter wandern wir zum burgähnlichen Schloss und durch den netten Touristenort, in dem heute fast nichts los ist, und versuchen eine geeignete Perspektive für Fotos des malerischen Bauwerks zu finden. Auch das Schloss Gripsholm ist zur Zeit auf der Wasserseite teilweise hinter einem großen Baugerüst verborgen, was den Eindruck ein wenig stört. Aber irgendwann müssen die alten Gebäude ja schließlich restauriert werden. Da am Parkplatz des Schlosses das Übernachten nicht erlaubt ist, fahren wir zum offiziellen Stellplatz am Ortsrand. Dort soll man sich aber online registrieren und anschließend beim Hafenmeister im Zentrum bezahlen. Das ist uns zu kompliziert und so landen wir zwei Kilometer außerhalb von Mariefred auf dem privaten Stellplatz Rosenberg, auf dem wir freundlich empfangen werden und ganz ruhig und einsam auf einer großen Wiese am Wald stehen können.

Gripsholm, Mälaren, Schweden
Das Schloss Gripsholm von der Promenade in Mariefred gesehen


Hier übernachten wir als einzige Gäste ruhig und ungestört, bevor wir am nächsten Vormittag die Fahrt nach Stockholm antreten werden. 

Karte Skandinavien
Unsere Route durch den Norden

Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Cécile (Dienstag, 28 April 2026 19:37)

    Der Zug, der Mariefred bedient, fährt wohl gemütlicher als ein TGV !!!!!
    sehr spezielle Landschaft.
    weiterhin gute Fahrt☺️

  • #2

    Maria und Alfred (Samstag, 02 Mai 2026 17:30)

    Wunderschön ist das Schweden. Wir sind auch immer wieder gerne dort. Viel Spaß in Stockholm! Grüßt mir die olle Wasa!