Nach unseren überraschend royalen Tagen in Stockholm fahren wir am Samstag, 2.Mai bei ziemlich starkem Verkehr und strahlendem Sonnenschein in Schwedens älteste Universitätsstadt Uppsala. Eigentlich wollen wir an der historischen Siedlung Gamla Uppsala übernachten, doch der Parkplatz dort ist komplett belegt und auch für Fahrzeuge unserer Größe nicht geeignet. So weichen wir auf den Campingplatz in der Nähe des Stadtzentrums aus, von dem wir zu Fuß immer am Fluss Fyrisån entlang zur Fußgängerzone kommen. Wir ziehen durch die Gassen der lebhaften Stadt, in der unzählige junge Menschen aus vielen Ländern den warmen Tag genießen. Vor allem die Ufer des Flusses sind stark bevölkert, einige wenige wagen sogar einen Sprung ins kühle Nass.
Unser erstes Ziel am Sonntag ist das größte Dala Pferd der Welt in Avesta. Das Pferd steht zwar recht unspektakulär am Rand eines großen Parkplatzes, ist aber mit seiner Höhe von zwölf Metern ganz schön beeindruckend. Da macht es auch gar nichts aus, dass das riesige Tier nicht aus Holz, sondern aus Beton hergestellt wurde.
Am Nachmittag kommen wir in die alte Bergbaustadt Falun, wo wir direkt neben der ehemaligen Kupfermine für die nächste Nacht bleiben können. Im Informationszentrum kaufen wir ein Ticket für eine geführte Tour durch das Bergwerk, die morgen um zwölf Uhr stattfinden wird. Dann machen wir uns bei sehr windigem Wetter auf den knapp zwei Kilometer langen Weg um die riesige Grube, die als das Wahrzeichen der Stadt angesehen werden kann. Das 95 Meter tiefe Loch entstand, als im Jahr 1687 die bis dahin sehr planlos entstandene Mine einstürzte. Wie durch ein Wunder gab es bei diesem Ereignis kein einziges Opfer, da der Einsturz ausgerechnet am Mittsommertag stattfand, an dem die gesamte Belegschaft frei hatte. Am Rande des Rundweges sind einige sehr interessante Gebäude zu besichtigen, mit denen der Bergbau vor hunderten von Jahren betrieben wurde. Wir sind von den Dimensionen der überwiegend aus Holz errichteten Konstruktionen mehr als beeindruckt, auch wenn wir uns so manches Detail zur Funktion selbst zurechtlegen müssen.
Nachdem wir am Montag pünktlich am Treffpunkt erschienen sind, werden wir von unserer Führerin Johanna als allererstes mit äußerst adretten orangefarbenen Umhängen und farblich gut dazu abgestimmten Schutzhelmen ausgestattet. Diese Ausrüstung erweist sich im Bergwerk gleich von Beginn an als sehr sinnvoll, da die oft nur grob aus dem Fels gehauenen Gänge stellenweise so niedrig sind, dass wir nur gebückt hindurchgehen können. Über unzählige Stufen erreichen wir eine Tiefe von 67 Metern unter der Oberfläche und bekommen einen guten Einblick in die Arbeitsverhältnisse der damaligen Zeit. Da im 17.Jahrhundert das Dynamit noch nicht erfunden war, versuchten die Bergleute, das Gestein durch gezielt gelegte Feuer über Nacht so spröde zu machen, dass es am folgenden Tag leichter abgebaut werden konnte. Auf diese Weise wurden hier zwei Drittel der damaligen weltweiten Kupferproduktion erreicht. Nach einer knappen Stunde unter Tage geht es für uns glücklicherweise mit dem Aufzug wieder zurück zur Erdoberfläche.
Wir fahren weiter nach Nusnäs in Dalarna, wo wir auf einem Parkplatz direkt am Ufer des Siljansees übernachten. Dort stehen wir ganz alleine in malerischer Umgebung, während ein starker Wind die Wellen des Sees gegen das Ufer branden lässt.
Nusnäs ist die Heimat der Dala Pferde, die als typisches Symbol Schwedens angesehen werden. Hier begann der 26 Jahre alte Grannas A. Olsson im Jahr 1922 mit der Produktion von Dala Pferden. Die Tradition der Dala Pferde gab es zwar schon länger, doch wurden sie vor 1922 von den Einheimischen vor allem als Zeitvertreib in den langen Wintermonaten geschnitzt. Die jüngeren Brüder Nils und Jannes Olsson halfen Grannas in den ersten Jahren bei der Herstellung der Pferde und erhielten von ihm 1928 eine Kiste mit Holzrohlingen, die den Beginn ihrer eigenen Dala Pferdeproduktion darstellten. Der Durchbruch erfolgte 1939 auf der Weltausstellung in New York, wo ein großes Dala Pferd der Weltöffentlichkeit vor dem schwedischen Pavillon präsentiert wurde. Die dadurch sprunghaft angestiegene Nachfrage nach Dala Pferden wurde zum großen Teil von den Betrieben der Olsson Brüder gedeckt. Die Werkstätten und Verkaufsräume der beiden Familienbetriebe, Nils Olsson und Grannas, liegen in Nusnäs dicht nebeneinander und werden von uns am Dienstagvormittag ausgiebig besichtigt. Während bei Grannas alle Arbeitsschritte manuell durchgeführt werden, steht in der Werkstatt von Nils Olsson ein großer Roboter, der in Windeseile aus einem rechteckigen Stück Holz den fertigen Rohling eines Dala Pferdes herstellt. Diese sind von der Form her natürlich alle identisch und werden danach auch für einige wenige Kronen weniger im Shop angeboten, als beim Nachbarn. Das Einfärben und auch das abschließende Bemalen mit einem individuellen Muster erfolgt in beiden Betrieben von Hand. Wir entscheiden uns für ein 20 cm großes und ein 2 cm kleines Dala Pferd von Grannas, die ab jetzt unsere Souvenirsammlung bereichern dürfen.
Von Nusnäs aus sind es jetzt nur noch wenige Kilometer bis nach Mora, wo es für die nächsten Tage erst einmal gilt, eine fiese Erkältung auszukurieren, die ich mir bei den wechselhaften Wetterverhältnissen zugezogen habe.
















































































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Matze (Donnerstag, 07 Mai 2026 20:38)
hi wie geht es euch, mir gut.
die kupfermine finde ich sehr cool war sicher interesant.
liebe grüße euer matze