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Weiter nach Norden

Schweden
Seen und Wälder im Herzen von Schweden

Die Strecke, der wir am Freitag vom Siljansee in nördliche Richtung folgen, führt durch unendlich wirkende Kiefern- und Buchenwälder, die nur durch wenige kleine Ortschaften unterbrochen werden. Als wir dann um die Mittagszeit den Wohnmobilstellplatz Fågelsjö Gryssjövägen erreichen, findet dort gerade eine Feuerlöschübung statt. Sofort wird etwas Platz für uns frei gemacht, sodass wir uns am Rand der Fläche ungestört aufstellen können. Wir gehen in das kleine Café in der Nähe, um zu fragen, wo wir für den Stellplatz bezahlen können, und werden dort so herzlich empfangen, dass wir beschließen, auch gleich das Angebot zum Mittagessen anzunehmen. Und das, obwohl wir gerade erst unsere Vorräte aufgefüllt haben. Die liebe Wirtin erklärt uns alle Speisen auf dem kleinen Buffet und versorgt uns mit allem, was wir uns vielleicht wünschen könnten. Das Essen schmeckt super lecker, man spürt, dass alles mit viel Liebe selbstgemacht ist. Die Atmosphäre in dem alten, wie eine Puppenstube eingerichteten Holzhäuschen, tut ihr Übriges, dass wir uns hier richtig wohl fühlen. Wir wundern uns darüber, wie viele Gäste dieses abgelegene Plätzchen finden, aber die Stimmung und das tolle Essen erklären eigentlich alles. Dass wir dann nur 120 Kronen für das komplette Menü einschließlich Getränke und Kaffee bezahlen müssen, ist der Gipfel, dafür bekommt man in Stockholm noch nicht einmal ein Smörrebröd. Wir fragen die Wirtin nach einer Empfehlung für eine Wanderung in der Gegend, worauf sie sämtliche Anwesenden auffordert, uns zu helfen, und wir am Ende eine schöne Wegbeschreibung durch die Wildnis bekommen. Und das sogar auf deutsch. Danach geht es für uns zwei Stunden lang durch dichten Wald, zwischen moosbewachsenen Felsen hindurch und immer wieder an schwarzen Tümpeln oder Bächen entlang, wobei wir ständig auf die orangefarbenen Markierungen achten müssen, die immer wieder an einzelnen Bäumen angebracht wurden. Ohne die Zeichen hätten wir uns allzu leicht im Wald verlaufen.

Fågelsjö, Schweden
Der ehemalige Gutshof Fågelsjö ist heute ein Museum, in dem ein wunderbares Café betrieben wird

Fågelsjö, Schweden
In der kleinen Ortschaft Fågelsjö

Nach einer perfekt ruhigen Nacht machen wir am Samstagvormittag einen Abstecher zur sehenswerten alten Kirche von Älvros, die im 17. Jahrhundert errichtet wurde. Sie wurde nach dem Bau der neuen Kirche 1890 aufgegeben und sollte eigentlich abgerissen werden. Bevor es aber im Jahr 1909 dazu kam, gab es viele Stimmen aus dem Dorf, die einen Erhalt des Bauwerks forderten, und so haben wir mehr als hundert Jahre später noch das Glück, die schöne Gamla Kyrka mit ihrem etwas abseits stehenden, hübschen Glockenturm bewundern zu können. Auch wenn die Tür im Moment geschlossen ist, ist die Kirche einen kleinen Umweg für uns wert. 

Zurück in Sveg legen wir einen kurzen Fotostopp an dem mit dreizehn Metern Höhe größten Holzbären der Welt ein. Der achtzig Tonnen schwere Koloss wurde 2005 von der Gemeinde aufgestellt in der Hoffnung, damit ein wichtiges Wahrzeichen für den Ort zu schaffen. Leider verrottete der Bär schon nach wenigen Jahren so stark, dass die Gemeinde aus Geldmangel beschloss, ihn einfach abzusperren und verfallen zu lassen. Als der Bär 2021 endgültig abgerissen werden sollte, wurde er von einem privaten Investor übernommen und renoviert, womit er weiterhin an seiner Kreuzung steht und von uns Reisenden bestaunt werden kann. Wir fahren noch einige Kilometer weiter, bis wir kurz vor Linsell einen ruhigen Platz im Wald und ganz nah an einem See finden. Hier stehen wir einsam und ungestört bis zum nächsten Morgen, an dem, so wie von den Wetter Apps vorhergesagt, ein andauernder Regen einsetzt.

Älvros, Kirche, Schweden
An der alten Kirche von Älvros in der Nähe von Sveg


Da der Niederschlag im Laufe des Tages in Schnee übergehen soll, fahren wir bald los, lassen zwei mögliche Stellplätze unterwegs aus und erreichen kurz vor 13:00 Uhr den Campingplatz am Stadtrand von Östersund. 

Nachdem am Sonntagnachmittag sogar ein wenig Schnee gefallen ist, nutzen wir das sonnige, aber kalte Wetter am Montag, um durch die nette Stadt zu bummeln, die das Verwaltungszentrum der Provinz Jämtland bildet.

Östersund, Schweden
Östersund liegt ziemlich genau in der Mitte von Schweden


Auf der entsprechenden Website aus Norwegen lesen wir am Abend, dass für fast alle Gebirgsstraßen der Landschaftsrouten in Norwegen die Wintersperre in diesem Jahr schon frühzeitig aufgehoben werden konnte. Also beschließen wir, dass wir in den kommenden Wochen die Landschaftsrouten im südlichen Norwegen abfahren, die wir im Herbst 2025 wegen des hereinbrechenden Winters nicht mehr erleben konnten.

Bleibt dabei, wenn wir uns auf den Weg in den norwegischen Süden machen

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Kommentare: 2
  • #1

    Ines (Donnerstag, 14 Mai 2026 13:03)

    Wunderschöne Landschaft und die roten Häuser, einfach schön. Wirkt alles so friedlich.
    Gute Weiterreise und liebe Grüße aus der Heimat

  • #2

    Uli und Elke (Sonntag, 17 Mai 2026 14:10)

    Was für ein tolles Land. Das müssen wundervolle Erlebnisse für euch sein. Weiterhin alles Gute auf eurer Tour und viele Grüße aus dem Schwabenland.