Nachdem wir gesehen haben, dass für die meisten Straßen im südlichen Norwegen die Wintersperre aufgehoben ist, machen wir uns auf den Weg zum Landschaftskino, das uns im letzten Herbst so begeistert hat. Also nutzen wir den kompletten Dienstag, um von Östersund über die Berge nach Trondheim und noch ein gutes Stück weiter nach Westen zu fahren. Norwegen begrüßt uns mit strahlendem Sonnenschein, vielen satt grünen Wiesen und Wäldern, die wegen des milderen Klimas ebenfalls schon grüner sind als die im kälteren Schweden. Wir übernachten an einem einfachen Parkplatz neben der Hauptstraße mit einem traumhaften Blick zum tief blau schimmernden Halsafjord.
Am Mittwoch nehmen wir die erste Fähre über den Halsafjord, wobei der Chip, den wir seit letztem Jahr haben, und die Registrierung bei autopassferje.no dafür sorgen, dass wir nur den halben regulären Preis für die Überfahrt zahlen müssen. Wir kommen durch Kristiansund und erreichen um die Mittagszeit die Landschaftsroute Atlanterhavsvegen, die über einige spektakuläre Brücken an der Atlantikküste entlang verläuft. Am Rastplatz Hågå machen wir eine Wanderung entlang der Küste, die an den griechischen Säulen Columna Transatlantica des Künstlers Jan Freuchen vorbeiführt. Es wird nicht erklärt, welche Idee der Künstler mit dieser Installation verfolgt, stattdessen wird die Interpretation dem Betrachter überlassen. Wir unterlassen die Sinnfrage und freuen uns an der sagenhaften Landschaft um uns herum, bevor wir unsere Fahrt in Richtung Bud fortsetzen. Kurz vor unserem Tagesziel machen wir einen kurzen Abstecher zu der Fischräucherei Drågen Smokehouse, wo wir letztes Jahr diesen phantastischen Lachs gefunden haben. Dort wird uns erklärt, dass sie hier keinen Fisch mehr verkaufen, sie hätten einen neuen Laden in Bud und der sei ausgeschildert. Natürlich fahren wir sofort dort hin und finden nach kurzer Suche das Geschäft, das sich noch in der Bauphase befindet. Ganz tief im noch weitgehend leeren Gebäude gibt es immerhin schon einen Tisch mit verschiedenen Sorten geräuchertem Fisch, von denen wir uns wieder drei aussuchen. Daneben gibt es hinter einer großen Glasscheibe eine Räucherkammer, in der die glänzenden Lachse bewundert werden können. Man scheint hier alles für einen größeren Andrang von Besuchern vorzubereiten. Am Stellplatz verwöhnen wir uns mit einer Portion Lachs, der vor dem Räuchern in Aquavit mariniert wurde und traumhaft schmeckt.
Nach einem verregneten und windigen Donnerstag, an dem wir uns im Wohnmobil mit Leckereien verwöhnen, fahren wir am Freitag frühzeitig bei Sonnenschein nach Ålesund. Wegen des Feiertags und des langen Wochenendes erwarten wir, dass die Stellplätze in Ålesund heute gut gefüllt sind und so ist es auch. Als wir gegen 11:00 Uhr ankommen, reisen gerade ein paar Fahrzeuge ab und es gibt drei freie Plätze, von denen wir uns einen direkt am Wasser aussuchen. Wenig später ist der Platz mit insgesamt fünfzig Wohnmobilen auch tatsächlich komplett voll, da hat sich die frühe Anreise für uns gelohnt. Am Nachmittag schlendern wir durch die tolle Stadt mit ihren farbenfrohen Jugendstilhäusern direkt am Wasser.
Bei schönstem Wetter erklimmen wir am Samstag den Gipfel des Berges Aksla, von dem aus wir eine großartige Sicht auf die Stadt haben, die sich über mehrere Inseln erstreckt. Vor dem Genuss der Aussicht steht allerdings der steile Aufstieg, der über eine Treppe mit 418 Stufen nach oben führt und viele Gelegenheiten für lohnende Fotostopps bietet. Wir kommen auch zum Denkmal für den deutschen Kaiser Wilhelm II., der nach dem verheerenden Stadtbrand im Jahr 1904 entscheidend dazu beitrug, dass die Stadt wieder aufgebaut werden konnte. Anstelle der vormaligen Holzhäuser wurden nach dem Feuer ausschließlich Gebäude aus Stein errichtet, viele davon im damals beliebten Jugendstil, was Ålesund sein charakteristisches Aussehen verleiht. Vom 189 Meter hohen Aksla gehen wir auf dem selben Weg zurück zur Stadt und gönnen uns im Restaurant Fisketorget leckere Fish & Chips zur Stärkung.
Am Sonntag, 17.Mai ist der norwegische Nationalfeiertag für den sich Stadt und Menschen mit unzähligen Flaggen und Trachten schmücken. Ein langer Festzug zieht durch die Straßen, die von hunderten Zuschauern gesäumt sind und Einheimische wie Touristen freuen sich über das perfekt zum Anlass passende sonnige Wetter.









































































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