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Durch Trøndelag und Jämtland

Fplldal, Norwegen
Blick über die Anlage des Bergwerks im norwegischen Folldal

Der Dienstag begrüßt uns mit dichtem Nebel, der auf der Hochebene des Rondane liegt und ihr eine fast mystische Stimmung verleiht.  Wir folgen der Landschaftsroute bis nach Folldal, wo ein Schild darauf hinweist, dass die Bergbaugrube ab zwölf Uhr geöffnet ist. Jetzt ist es gerade elf, so lange können wir warten. Wir spazieren kreuz und quer zwischen den historischen Hütten herum und fragen pünktlich um zwölf Uhr im Café, wann denn die Grubenbahn heute fahren wird. Leider nimmt die ihren Betrieb für die Saison erst in der nächsten Woche auf, da sind wir natürlich nicht mehr hier. Dafür riecht es im Café dermaßen lecker nach frischem Gebäck, dass wir uns zur Entschädigung für die entgangene Fahrt mit der Grubenbahn warme Zimtschnecken mit Kaffee gönnen. Wir trödeln lange mit den fluffig weichen Schnecken herum, die durch ihre spezielle Füllung mit Schokolade und Orange ganz besonders köstlich schmecken. Kurz vor ein Uhr kommt schließlich die Betreiberin zu unserem Tisch und erklärt, dass für 14:00 Uhr eine Gruppe zur Besichtigung angemeldet sei und wir bei denen gerne als zusätzliche Gäste teilnehmen können. Diese Chance lassen wir uns nicht entgehen, kaufen sofort die entsprechenden Tickets und warten gespannt und gut gelaunt eine weitere Stunde. Der Bus kommt pünktlich mit etwa zwanzig Veteranen des norwegischen Militärs, die für den Besuch in der Miene in zwei Gruppen aufgeteilt werden. Wir dürfen uns der ersten Gruppe anschließen und rumpeln bald mit dem rustikalen Bähnchen sechshundert Meter tief in das ehemalige Bergwerk. Der Schacht ist so eng, dass wir vor der Abfahrt darauf hingewiesen werden, uns auf keinen Fall nach außen zu beugen, um Verletzungen zu vermeiden. Wir kommen zu einem großen Raum, aus dem früher ein Aufzug 450 Meter in die Tiefe zu den Erzlagerstätten führte. Heute wird die Höhle gerne für Partys und Veranstaltungen genutzt. Hier erfahren wir von unserem Guide viel zur Geschichte des Bergbaus in Folldal, bevor es mit der Grubenbahn wieder zurück ans Tageslicht geht. Einige Kilometer weiter östlich finden wir einen ruhigen Platz am Fluss, an dem wir die nächste Nacht bei starkem Regen verbringen.

Folldal, Norwegen
Das historische Bergwerk in Folldal ist heute ein Museum


Am Mittwoch fahren wir bei sehr wechselhaftem Wetter durch grüne Täler, bis wir etwa fünfzig Kilometer vor Trondheim auf eine unbefestigte Privatstraße abbiegen. Die 80 Kronen Maut können wir ganz einfach online bezahlen, ähnlich wie das auch schon beim Tindevegen funktioniert hat. Nach kurzer Fahrstrecke kommen wir im dichten Wald zu einer großen Lichtung, auf der wir in ungestörter Ruhe übernachten können. Als wir am Abend die Straße entlang wandern, werden wir durch einen plötzlichen Schauer so richtig nass, da sind wir froh, dass es mit 10°C nicht wirklich kalt ist. 

Am Donnerstag folgen wir der Mautstraße durch den Wald, die uns in einer weiten Schleife wieder zurück zum Anfangspunkt führt. Danach fahren wir das Tal des Flusses Gaula hinauf, bis wir bei Haltdalen den kleinen, von einem Niederländer geführten Saga Campingplatz erreichen. Dort stehen wir auf einer gepflegten Wiese mit viel Platz und genießen die Nachmittagssonne in unseren Liegestühlen.

Norwegen
Holzhäuschen am Saga Camp in Trøndelag

Norwegen
Spiegelnder Bergsee im Trøndelag

Røros, Norwegen
Die Bergstadt Røros gehört seit 1980 zum Welterbe der UNESCO

Die Stadt Røros hatten wir zwar schon auf unserer Straßenkarte gesehen, wussten aber nicht, dass sie zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört, bevor wir uns am Freitagvormittag auf den Weg dorthin machen. In Røros wurde im 17. Jahrhundert Kupfer gefunden, was zu einem schnellen Aufstieg der Stadt führte. Bis heute ist das Stadtbild mit seinen farbenfrohen Holzhäuschen sehr gut erhalten und begeistert uns total, die Stadt ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Wir wandern ausgiebig durch die Gassen und machen uns dann auf den Weg nach Schweden zum Flatruetvägen, der als die höchste Bergstraße des Landes bis auf eine Höhe von 975 Metern führt.

Røros, Norwegen
Gut erhaltene Holzhäuschen mit Grasdach in Røros

Diese Straße soll besonders reizvoll sein und liegt so weit weg von den großen Städten des Landes, dass wir trotz der aktuellen Meldung des Auswärtigen Amtes kein erhöhtes Risiko für uns sehen. Am höchsten Punkt des Flatruetvägen bleiben wir auf einer endlosen Ebene mit phantastischer Aussicht in alle Richtungen für die Nacht stehen. Vom Platz aus unternehmen wir einige Wanderungen in verschiedene Richtungen, wobei uns vor allem die immer wieder wechselnden Lichtverhältnisse begeistern.

Flatruetvägen, Schweden
Auf der kargen Hochebene des Flatruetvägen

Flatruetvägen, Schweden
Stimmungsvolle Wolken über der Hochebene des Flatruetvägen

Flatruetvägen, Schweden, Jürgen
Jürgen bei der Frühwanderung auf der Hochebene

Von der Hochebene kommen wir am Samstag auf der Schotterpiste bald nach Ljungdalen und dann durch ein wunderschönes Tal, immer wieder an tiefblauen Seen entlang, bis nach Börtnan, wo eine weitere unbefestigte Straße nach Norden abzweigt. Nach elf recht hoppeligen Kilometern sind wir am frühen Nachmittag an unserem Tagesziel, dem von einem deutschen Pärchen geführten Camp Galå Fjällgård. Dort dürfen wir, wie es im Herkunftsland der Besitzer üblich ist, ein ordentlich gestaltetes Formular ausfüllen und werden mit den sehr detaillierten Regeln des Anwesens bekannt gemacht. Abgesehen davon liegt der sehr gepflegte Platz inmitten eines fast endlosen Fichtenwaldes, durch den sich mehrere ausgeschilderte, weitgehend naturbelassene Wanderpfade ziehen. Diese nutzen wir am Nachmittag und am frühen Sonntagvormittag ausgiebig und sind dabei immer völlig alleine unterwegs. Gegen Mittag kommt dann der vorhergesagte Dauerregen mit stürmischen Böen und Gewitter auf, sodass wir es uns für den Rest des Tages mit Spaghetti all’Assassina und einem leckeren Apfelkuchen im Vagabund gemütlich machen. 

Galåbodarna, Schweden
In den Fichtenwäldern von Galåbodarna


Am Montag wachen wir schon früh auf und verlassen das Camp Galå Fjällgård. Bei Börtnans Fjällvattenfisk, einem lokalen Fischgeschäft, kaufen wir ein großes Stück geräucherte Regenbogenforelle aus den umliegenden Gewässern und fahren dann wieder hoch zum Flatruetvägen, wo wir für eine weitere Nacht stehen bleiben. Auch dieses Mal erwandern wir wieder Teile der gigantischen Hochebene, ohne dass wir uns dabei irgend einem bestimmten Ziel auch nur ein bisschen nähern.

Flatruetvägen, Schweden
Kleiner Bergsee auf der Hochebene am Flatruetvägen


In den nächsten Tagen werden wir immer nahe der schwedisch-norwegischen Grenze weiter nach Süden fahren, um dann in ein paar Tagen einen Besuch in Oslo einzulegen.

Karte Skandinavien
Unsere Route durch den Norden

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