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Über Oslo bis zum Vegglifjell

Bevor wir am Dienstag, 16.Juni den 975 Meter hoch gelegenen Parkplatz am Flatruetvägen, der höchsten Bergstraße Schwedens, wieder verlassen, machen wir bei kühlen 6°C eine weitere Wanderung über die faszinierende Hochebene. Wieder im Tal fahren wir durch endlose Wälder, heute sogar oft auf kurvenreichen Straßen bis zu einem ganz besonders schönen Rastplatz im Grünen an einem gewundenen Flüsschen. Hier wandern wir auf teilweise matschigen Pfaden durch den naturbelassenen Wald, in dem wir hinter jedem Hügel einen weiteren schimmernden See entdecken. 

Schweden
In den grünen Urwäldern des mittleren Schwedens


Wasserfall Fjätfallen, Schweden
Ein schmaler Steg führt über den tosenden Wasserfall Fjätfallen

An den beiden nächsten Tagen fahren wir weiter durch das schwedische Grün, vorbei an unzähligen Seen und durch nur wenige kleine Ortschaften. Am Mittwoch übernachten wir noch in Schweden auf einem großen Parkplatz an einem Fluss, in dessen schwarzem Wasser sich die Bäume des gegenüberliegenden Ufers spiegeln. Und am Donnerstag stehen wir in Norwegen am Nergrenda Strand bei Flisa am Fluss Glomma, in dessen Wasser sich die Bäume des gegenüberliegenden Ufers spiegeln. An beiden Plätzen gibt es nicht viel zu tun, dafür können wir bei strahlendem Sonnenschein und sehr angenehmen Temperaturen um 20°C unsere Campingmöbel ausgiebig nutzen. 

Schweden
Sommerstimmung am Stellplatz Transtrandsvägen bei Särna

Norwegen
Bei Flisa sind wir völlig alleine

Oslo, Norwegen
Am Hafen von Oslo

Am Freitag legen wir zügig die letzten Kilometer nach Oslo zurück, wo wir wie schon im vergangenen Herbst einen Platz auf dem Bogstad Campingplatz gebucht haben. Vom Campingplatz kommen wir am Nachmittag mit dem Bus 42 unkompliziert zum Stadtteil Tjuvholmen, der sich in den vergangenen zwanzig Jahren vom Hafenviertel in eine moderne und schicke Wohngegend entwickelt hat. Wir wandern kreuz und quer durch die Innenstadt, die heute bei sommerlichen Temperaturen wunderschön belebt ist und uns richtig viel Spaß macht. 

Das Wetter ist am Samstag etwas bedeckt, es bleibt aber mit gut 20°C angenehm warm und ideal für unsere Wanderung vom Vigelandspark mit seinen einzigartigen Skulpturen, über das königliche Schloss bis zur Promenade von Tjuvholmen. Dort bestaunen wir die außergewöhnliche Architektur genauso wie die vielfältigen Freizeitmöglichkeiten. Bis zum Nachmittag ist auch der Sommer wieder zurückgekehrt und es fällt uns schon ein bisschen schwer, diese tolle Stadt wieder in Richtung Campingplatz zu verlassen.

Oslo, Norwegen
Blick von Tjuvholmen zum markanten Rathaus von Oslo


Norwegen
Badesee bei der Silbermine von Kongsberg

Am Sonntag brauchen wir erstmal nicht viel mehr als eine Stunde bis zum interessanten Skulpturenpark Kistefos. Auf dem weitläufigen Gelände entdecken wir verschiedenste Exponate, die uns oft durch ihre Kreativität gefallen, uns aber auch manchmal mit fragenden Gesichtern zurücklassen. Von Kistefos fahren wir weiter zum ehemaligen Silberbergwerk bei Kongsberg, wo wir an einem heute sehr belebten Badesee ungestört übernachten können. Zuvor erkunden wir noch die Öffnungszeiten der Mine und kaufen online unsere Tickets für die Fahrt mit der Grubenbahn am nächsten Vormittag. 

Kistefos, Norwegen
Im Kistefos Skulpturenpark


Vegglifjell, Norwegen
Nach einem tollen Tag finden wir einen wunderschönen Platz für die Nacht auf dem Vegglifjell

Natürlich stehen wir am Montag kurz vor zehn Uhr pünktlich am Abfahrtspunkt der Grubenbahn und lassen uns unsere Plätze zuweisen. Wir sitzen im zwölften von vierzehn Waggons, in die jeweils acht Personen gequetscht werden können. Zum Glück sind wir nur zu sechst, das ist in den winzigen geschlossenen Wägelchen auch schon ganz schön eng. Vom Bahnhof im Sonnenschein geht es nun heftig ruckelnd und laut scheppernd mehr als zwei Kilometer in den Berg hinein, wofür die Bahn fast eine Viertelstunde benötigt. Wir sind froh, dass wir zu Beginn Ohrstöpsel bekommen haben, mit denen der Lärm der Bahn ganz gut gedämpft wird, und dass wir uns ausreichend warm angezogen haben, um die Zeit in der Mine bei 6°C nicht frieren zu müssen. Vom unterirdischen Bahnhof, der fast 350 Meter unter der Oberfläche liegt, wandern wir mit einer englischsprachigen Führerin durch die Stollen und erfahren von ihr viel interessantes zum Silberbergbau, der hier bis 1958 durchgeführt wurde und der einst der Grund dafür war, dass die Stadt Kongsberg gegründet wurde.

Silbermine Kongsberg, Norwegen
Einfahrt der Grubenbahn in die Silbermine von Kongsberg

Zurück in der Sonne machen wir uns bald auf den Weg in nördliche Richtung nach Veggli, wo die kostenpflichtige Bergstraße Vegglifjellveien beginnt. Auf ihr fahren wir durch atemberaubend schöne Landschaft bis auf eine Höhe von über tausend Metern, wo wir für die folgende Nacht bleiben. Wir wandern zu verschiedenen Gipfeln in der Umgebung und haben unterwegs eine phantastische Aussicht über das Land.

Vegglifjell, Norwegen
Blick über das Vegglifjell auf 1000 Meter Höhe

Vegglifjell, Norwegen
Das Vegglifjell gehört zu unseren Favoriten in Norwegen

Vom Vegglifjell werden wir weiter durch die Telemark reisen, hier gibt es noch so manches Interessantes zu entdecken. 

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