Landschaftskino Norwegen

Karte Norwegen
Norwegen - Unsere gefahrene Route

Lange Fahrt durch Lappland in den Süden

Vom äußersten Nordosten Norwegens queren wir das finnische und das schwedische Lappland und kommen bei Narvik wieder zurück nach Norwegen. Von hier geht es durch Nordland und Trøndelag zu den Hochgebirgsregionen in der Mitte des Landes. Bevor wir noch den Süden bereisen können, erwischt uns ein Wintereinbruch, sodass wir für dieses Mal die Heimreise antreten.


Themen auf dieser Seite

Herbstliches Lappland in Finnland und Schweden

Durch das finnische und schwedische Lappland

Wildes Nordland und Trøndelag

Von Narvik durch das Fylke Nordland bis Trøndelag

Rondane und Jotunheimen

In den Hochgebirgsregionen von Dovrefjell und Jotunheimen

Oslo

Die norwegische Hauptstadt Oslo

Über die Westküste Schwedens nach Hause

Entlang der malerischen Küste und mit der Fähre von Malmö zurück nach Deutschland

Karte unserer Reise

Lange Fahrt durch Lappland in den Süden



Herbstliches Lappland in Finnland und Schweden

Flagge Finnland

Finnland
An einem der tausend Seen im finnischen Lappland

Wir sind schon sehr überrascht, wie sehr sich die Landschaft mit dem Überqueren der Grenze von Norwegen nach Finnland ändert. Auf zunächst nur teilweise befestigter Straße fahren wir nun durch endlose Nadelwälder mit dazwischen liegenden ausgedehnten Moorflächen und unzähligen, schwarz glänzenden Seen. An einem dieser kleinen Seen verbringen wir unsere erste ruhige Nacht im Land in ungestörter Natur.

Für die nächste Nacht wollen wir eigentlich auf den Campingplatz in Inari, der uns aber überhaupt nicht gefällt. Der Platz dürfte mit seiner Lage am See im Sommer ganz attraktiv sein und sich im Winter als Basis für Unternehmungen gut eignen, ist jetzt im Herbst aber nur eine große staubige Fläche, auf der wir uns irgendwo aufstellen müssten. So fahren wir weiter und finden schon wenige Kilometer außerhalb des Ortes einen tollen Platz, umgeben von Wald und, typisch für Finnland, direkt neben einem kleinen See, von denen es im Land angeblich 187.888 gibt. Bei wechselhaftem Wetter erkunden wir die Wälder um uns herum, stoßen aber immer wieder auf Seen und Bachläufe, über die es kein Weiterkommen gibt. Dafür beschäftigen wir uns mit dem Sammeln von Heidelbeeren, die hier auch jetzt im Oktober noch leicht zu finden sind.

Vagabund, Finnland
Vagabund im Wald südlich von Inari

Lappland, Finnland
Bei der Fahrt durch das finnische Lappland
Wald, Finnland
Ausgebauter Wanderweg zum Bärenfelsen

Am Mittwoch unternehmen wir bei leichtem Regen eine kurze Wanderung zum Bärenfelsen Karhunpesäkivi Rock, einem riesigen Findling, der innen hohl sein soll. Man sieht am unteren Ende des Felsens zwar eine Öffnung, durch die wir aber hineinkriechen müssten, um den Stein von innen zu sehen, bei dem nassen und matschigen Boden lassen wir das lieber ausfallen. Von einer Aussichtsplattform weiter oben hätte man bei klarem Wetter einen guten Blick zum Inarisee, heute können wir ihn nur zwischen den Wolken erahnen. Weiter geht es über Ivalo bis zum Kurittusuvanto Stausee, an dessen Ufer wir einen schönen Stellplatz für die Nacht finden. Der Platz ist großzügig angelegt und im Sommer bei Anglern sehr beliebt, heute sind wir hier das einzige Wohnmobil. Wegen des immer noch nassen Wetters bleiben wir drinnen und genießen Blaubeermuffins und Pizza aus dem Omnia Backofen.

Wald, Finnland
Blick in die nebligen Wälder Lapplands

Wald, Finnland
Nebliges Lappland
Yllästunturi, Lappland, Finnland
Blick vom Yllästunturi über Lappland

Von hier fahren wir am nächsten Tag bis zum Yllästunturi, einem Berg bei Äkäslompolo, wo wir im Februar 2022 schon viel Spaß im Schnee hatten. Heute ist es am Ylläs ziemlich trist, der Gipfel steckt in dicken Wolken und auf den Pisten ist schweres Gerät dabei, alles für den kommenden Winter vorzubereiten. Wir wandern auf holprigen Pfaden bis auf halbe Höhe, wo uns ein kalter Wind wieder zurück ins warme Wohnmobil treibt.

Yllästunturi, Lappland, Finnland
Heidelandschaft am nebelverhüllten Ylläs

Jürgen, Yllästunturi, Lappland, Finnland
Jürgen am Yllästunturi in Finnland
Flagge Schweden

Nachdem die Fahrt durch die unendlichen Wälder des finnischen Lapplands in den letzten Tagen recht eintönig war, beschließen wir am Nachmittag, dass wir schnell wieder nach Norwegen mit seiner abwechslungsreichen Landschaft fahren wollen. Dorthin kommen wir am besten auf der Route über das schwedische Kiruna und den Abisko Nationalpark bis nach Narvik. Am Freitag legen wir die erste Etappe bis Kiruna zurück, wo wir sehr schön außerhalb der Stadt auf einem Campingplatz am See Alttajärvi stehen.

Auf dem Campingplatz gibt es mehrere Saunahütten, die die Gäste beliebig und kostenlos reservieren können. Wir tragen uns für zweieinhalb Stunden am Samstagabend ein und gehen am Nachmittag im angrenzenden Wald Beeren sammeln. Dort gibt es neben vielen, schon sehr reifen Heidelbeeren auch die roten Preiselbeeren und die schwarzen Krähenbeeren, allesamt reiche Lieferanten von Vitamin C. Als wir zurückkommen, ist die Saunahütte gerade belegt, was für uns bedeutet, dass wir sie nachher pünktlich und vorgeheizt übernehmen können. Wir genießen die Zeit in der trockenen Hitze und kühlen uns immer wieder im Freien ab, wo die Temperatur inzwischen nahe am Gefrierpunkt liegt. Nach fünf Saunagängen ist unsere Zeit um und wir sind nun so richtig schön müde, um bald ins Bett zu gehen.

Vagabund, Schweden
Vagabund am schwedischen See Alttajärvi bei Kiruna

Kiruna, Schweden
Die Bergbaustadt Kiruna im Norden von Schweden

Bei der Weiterfahrt am Sonntag machen wir einen Stopp in Kiruna, der Bergbaustadt in Schweden, die seit einigen Jahren um fünf Kilometer nach Osten versetzt wird. So werden die Erzvorkommen unterhalb der alten Stadt für den Abbau zugänglich. Der Umzug der Kirche von Kiruna war im August 2025 ein großes Thema in den Medien, da das ganze Gebäude am Stück auf riesigen Tiefladern zu seinem neuen Standort transportiert wurde. Die neue Stadt wirkt auf uns sehr modern und attraktiv, es ist gut sichtbar, was bei entsprechender Planung heutzutage alles möglich ist. 

Danach fahren wir ins Gebirge zum Abisko Nationalpark, dessen Gipfel inzwischen mit Schnee bedeckt sind. Bei stärker werdendem Wind stellen wir uns für die kommende Nacht auf einen geschützten Rastplatz etwas abseits der Straße.

Kiruna, Schweden
Das neue Rathaus von Kiruna mit dem Uhrturm


Wildes Nordland und Trøndelag

Abisko NP, Schweden
Am frühen Morgen im Abisko Nationalpark
Flagge Norwegen

In der Nacht wird es so kalt, dass wir bei der Fahrt durch die Berge des Abisko Nationalparks teilweise vereiste Straßen vorfinden und entsprechend vorsichtig unterwegs sein müssen. Ab der norwegischen Grenze geht es wieder nach unten und es wird dabei spürbar wärmer. Wir kommen durch Narvik, wo wir unsere Vorräte auffüllen und fahren weiter auf der Europastraße E6 in südliche Richtung. Dabei fällt uns auf, dass hier an der Küste Norwegens noch deutlich mehr buntes Herbstlaub an den Bäumen hängt als im kälteren Schweden und Finnland, klar sichtbarer Einfluss des Golfstroms. Auf der kleinen Insel Storøya im Efjord finden wir einen schönen Rastplatz für die Nacht. Wir wandern eine Zeit durch das unwegsame und teilweise morastige Gelände und haben dabei vom Ufer des Fjordes tolle Blicke zu den umliegenden schneebedeckten Gipfeln.

Efjord, Norwegen
Auf der Insel Storøya im Efjord

Efjord, Norwegen
Am Ufer der Insel Storøya

Bei leichtem Regen geht es am nächsten Morgen weiter durch wunderschöne Berglandschaft mit leuchtend gelben Herbstbäumen und Gipfeln, die meist in dicken Wolken stecken. Einen tollen Kontrast dazu bilden Fjorde, Seen und rauschende Flüsse. In der Stadt Fauske finden wir bei einem Gartenmarkt eine Gastankstelle, bei der wir unseren Tank auffüllen und somit wieder einen großzügigen Vorrat dabei haben. Wir übernachten sechzig Kilometer südlich von Fauske abseits der Europastraße mitten im Wald, wo zwei tosende Gebirgsflüsse ineinander münden.

Norwegen
Fahrt durch das nördliche Norwegen

Tømmerneset, Norwegen
Malerische Felsen bei Tømmerneset

In der Nacht hören wir dann nur das Rauschen des Wassers, ansonsten ist es völlig still. Gegen Morgen beginnt es wieder leicht zu regnen, was den traumhaften Anblick der Landschaft, durch die wir fahren, kein bisschen stört. Wir machen einen kurzen Stopp am Polarkreis, wo das Touristenzentrum für diese Saison bereits geschlossen ist und erst am ersten Mai wieder öffnen wird. Nach ein paar wenigen Fotos fahren wir weiter in die Stahlstadt Mo i Rana, in der wir weitere Flüssigkeit für unsere Heizungsanlage kaufen, die zwei Liter, die wir bereits nachgefüllt haben, waren nämlich nicht ausreichend. Zuhause haben wir dann mit telefonischer Unterstützung des Herstellers herausgefunden, dass das automatische Entlüftungsventil des Heizsystems undicht war und so die Flüssigkeit über einen Schlauch nach außen verloren ging. Durch Abklemmen des Schlauches kann die Heizung problemlos bis zur Reparatur weiter benutzt werden, ohne dass weitere Flüssigkeit austritt.

Weitere hundert Kilometer südlich von Mo i Rana erreichen wir bei Trofors unser heutiges Tagesziel, einen schön und ruhig gelegenen Campingplatz, bei dem wir als erstes die Waschmaschine und den Trockner für unsere bisher angefallene Wäsche nutzen. Hier regnet es immer wieder, sodass wir nicht viel von der schönen Umgebung haben.

Auch am Donnerstag haben wir viel Regen, was uns kaum stört, da wir ohnehin hauptsächlich Strecke machen wollen. Wir kommen bis nach Rinnan, südlich von Steinkjer und immer noch etwa hundert Kilometer vor Trondheim. Hier ist sehr viel Verkehr und es gibt keine so tollen Stellplätze mehr, wie wir das in den letzten Wochen geliebt haben. So stellen wir uns für die Nacht auf einen Stellplatz, der zwar geschlossen ist, aber trotzdem zugänglich bleibt. Es gibt eben keine Einrichtungen in Betrieb, aber die brauchen wir ja nicht. Dafür ist der Platz zur Zeit kostenlos. Zu unserem Pech wird die E6, die nahe am Stellplatz vorbeiführt, ausgerechnet in dieser Nacht aufgefräst, was bis gegen zwei Uhr in der Nacht für anhaltenden Lärm sorgt. Schlafen ist trotzdem möglich, außerdem ist es interessant, wie effizient hier die Straßen instand gehalten werden.

Norwegen
Fahrt bei Regen durch das Hochland in Norwegen


Rondane und Jotunheimen

Am Freitag geht es aus der sehr städtischen Umgebung von Trondheim wieder in die mächtige Natur Norwegens. Auf der Fahrt hinauf zum Dovrefjell, dem zentralen Gebirgszug in Mittelnorwegen, erwischt uns ohne Vorankündigung der Winter und wir haben plötzlich Schnee neben der Straße und auf den umgebenden Bergen. Wir fahren bis nach Hjerkinn, einem kleinen Dorf auf 990 Meter Höhe, wo wir vom Campingplatz aus die Gegend erkunden wollen.

Norwegen
Bei der Fahrt zum Dovrefjell erwischt uns der Winter

Dovrefjell, Norwegen
Am Snøhetta Aussichtspunkt im Dovrefjell

Die sehr herzliche Betreiberin des Snøhetta Campingplatzes in Hjerkinn erklärt uns am Samstagvormittag, wo sich die seltenen Moschusochsen, die nur in dieser Gegend leben, in den letzten Tagen herumgetrieben haben, so dass wir sie auch ohne Guide eigentlich ganz gut alleine finden müssten. Bei strahlendem Sonnenschein wandern wir drei Stunden lang durch die Berge des Dovrefjell und versuchen die wuscheligen Tiere vor die Linse der Kamera zu bekommen, leider ohne Erfolg. Wir erklimmen den Snøhetta Viewpoint, von dem wir eine atemberaubende Aussicht über das Dovrefjell und zu den schneebedeckten Gipfeln des Gebirges haben. Das ganze Unternehmen ist bei frostigen Temperaturen und einem fiesen kalten Wind ziemlich ungemütlich, lohnt sich aber allein wegen der tollen Landschaft auf jeden Fall. Danach kommen wir ja zurück ins kuschelig warme Wohnmobil.

Snøhetta, Dovrefjell, Norwegen
Der Snøhetta im Dovrefjell ist der höchste Berg in Norwegen außerhalb des Jotunheimen Gebirges

Dovrefjell, Norwegen
In den Bergen des Dovrefjell
Rondane, Norwegen
Bei Folldal, dem Startpunkt der Rondane Landschaftsroute

Am Sonntag fahren wir auf der Rondane Landschaftsroute durch malerisch grüne Nadelwälder und vorbei an teilweise zugefrorenen Seen, bis wir auf einer Passhöhe im Rondane Nationalpark einen schönen Stellplatz finden. Hier wandern wir bei sonnigem, aber kaltem und windigem Wetter über das karge Hochland und verbringen dann eine einsame, absolut ruhige Nacht.

Rondane, Norwegen
Im Rondane Nationalpark

Rondane, Norwegen
Bergpanorama im Rondane Nationalpark
Jotunheimen, Norwegen
Im Jotunheimen Gebirge

Der Montag begrüßt uns mit dichtem Nebel und eisigen Temperaturen, was die Fahrt auf den ersten Kilometern ein wenig knifflig macht. Das wird erst besser, als wir aus den tausend Metern Meereshöhe einige hundert Höhenmeter tiefer kommen, hier ist die Straße trocken und auch die Sicht ist besser. Wir fahren über Vinstra, wo wir an einer Tankstelle erst entsorgen und dann alle Flüssigkeiten auffüllen, zum Bergdorf Skåbu, bei dem der Jotunheimvegen beginnt. Der Jotunheimvegen ist eine private und mautpflichtige Bergstraße, die unbefestigt etwa fünfzig Kilometer durch das Hochgebirge führt. Die Gebühr für die Strecke kann ganz einfach online mit dem Smartphone bezahlt werden, das hier in Norwegen auch in den abgelegensten Gegenden meist tadellos funktioniert. Die Landschaft ist einmal mehr unbeschreiblich wild und traumhaft schön und wir wundern uns sehr, wie schnell wir das andere Ende der Straße erreicht haben.

Hier geht unsere Strecke direkt in die nächste norwegische Landschaftsroute, den Valdresflye, über, der uns zügig auf eine Höhe von knapp 1.400 Metern führt. Hier finden wir einen schönen Stellplatz mitten in der rauen Ödnis, auf dem wir für die kommende Nacht bleiben wollen. Allerdings sagt der Wetterbericht, den wir nach einem leckeren Mittagessen prüfen, dass es am Abend und in der Nacht kräftig schneien soll, sodass wir uns entscheiden, doch lieber weiter zu fahren, um am nächsten Vormittag keine Probleme zu bekommen. In der Zwischenzeit ist, ohne dass wir das bemerkt haben, wieder dichter Nebel aufgezogen, wodurch wir erst einmal ähnliche Verhältnisse haben, wie schon am Vormittag auf der Rondane Route. Auch hier ist es glücklicherweise so, dass wir nach einigen Kilometern unter die Wolkendecke kommen und dadurch wieder freie Sicht auf die phantastische Landschaft haben. Wir fahren bis nach Lom, wo wir auf den selben Campingplatz nahe bei der Stabkirche gehen, den wir schon am Anfang unserer Reise durch Norwegen besucht haben.

Jotunheimen, Norwegen
Ferienhäuschen am Jotunheimvegen

Jotunheimen, Vagabund, Norwegen
Vagabund auf dem Jotunheimvegen
Otta, Norwegen
Im Ottadalen auf dem Weg ins Gudbrandstal

Am Dienstag wollen wir mit dem Sognefjellet eine weitere der norwegischen Landschaftsrouten fahren, die mit einer Passhöhe von 1434 Metern die höchste Gebirgsstraße Nordeuropas ist. Wir starten nach dem Frühstück in Richtung zum Gebirge, werden jedoch schon nach zwanzig Kilometern an einer Straßensperre aufgehalten, die erst in einer dreiviertel Stunde wieder aufgehoben werden soll. Die Straße ist jetzt schon mit Schneematsch bedeckt und die Strecke soll noch fast tausend Höhenmeter weiter nach oben aufs Sognefjell führen, wobei eine dicke Wolkendecke dort für dichten Nebel sorgen wird. Nach kurzer Zeit des Überlegens kommen wir zu der Entscheidung, dass wir unterwegs sowieso kaum etwas sehen können und daher besser umkehren und unsere Route in Richtung Oslo fortsetzen wollen. Da es uns zu lange dauert, bis die Strecke wieder freigegeben wird, fahren wir vorsichtig rückwärts so weit zurück, bis wir eine geeignete Stelle zum Umdrehen finden. Danach fahren wir bei anhaltendem Regen bis nach Lillehammer, wo wir unmittelbar neben der Olympiaschanze auf einem großen Parkplatz übernachten. Im Nebel sehen wir zwar fast nichts von der Anlage, doch in den wenigen lichten Momenten bekommen wir einen guten Eindruck von der Größe dieses beeindruckenden Bauwerks.

Sognefjellet, Norwegen
Am Morgen sind die Straßen zum Sognefjellet tückisch nass und eisig

Lillehammer, Norwegen
Die Olympiaschanze von 1994 in Lillehammer

Oslo

Oslo, Norwegen
Am alten Hafen von Oslo

Als wir am Mittwoch, 22.Oktober nach langer Fahrt bei Regen und Nebel auf dem Campingplatz in Oslo ankommen, haben wir immer noch wechselhaftes Wetter mit häufigen Niederschlägen. Nur für den Donnerstag ist etwas Sonne angesagt, danach soll so heftiger Dauerregen einsetzen, dass sogar eine Warnung der norwegischen Behörden ausgegeben wird. Also nutzen wir den Donnerstag, um die Stadt zu besichtigen.

Mit dem Bus kommen wir vom Campingplatz einfach ins Zentrum von Oslo und können dort viele sehenswerte Ziele zu Fuß gut erreichen. Wir starten im schicken Viertel Aker Brygge, das sich seit den 1980er Jahren aus einer ehemaligen Werft entwickelt hat. Heute finden wir dort viele Geschäfte und Restaurants, es gibt aber auch jede Menge Büros und hochwertige Wohnungen. Nicht weit entfernt steht das markante Rathaus von dem aus die Geschäftsstraßen in die Altstadt führen. Ganz besonders begeistert uns das ultramoderne Opernhaus, von dessen begehbarem Dach wir einen schönen Blick auf die Stadt und bis zur Skischanze auf dem Holmenkollen haben. Wir wandern zum königlichen Schloss und von dort weiter bis zum Vigeland Park mit seinen eindrucksvollen Skulpturen, die die Beziehung zwischen Menschen in vielfältiger Form darstellen.

Wie angekündigt regnet es am Freitag durchgehend, sodass wir es uns im Wohnmobil mit verschiedenen Leckereien gemütlich machen. Nach sorgfältiger Überprüfung der Wetteraussichten für die kommende Zeit beschließen wir, den südlichen Teil Norwegens beim nächsten Mal zu erkunden und uns in den folgenden Tagen auf den Rückweg zu machen.

Oslo, Norwegen
Auf dem Dach des Opernhauses von Oslo

Oslo, Norwegen
Blick vom Dach des Opernhauses über Oslo

Über die Westküste Schwedens nach Hause

Fredrikstad, Norwegen
Blick zur Altstadt von Fredrikstad

Am Samstag fahren wir nach Fredrikstad, wo am Nachmittag tatsächlich der Regen aufhört und manchmal fast die Sonne durch die immer noch dicken Wolken blitzt. Unterwegs sehen wir an der Autobahn eine praktische Fahrzeugwaage, an der gerade nichts los ist, die aber trotzdem in Betrieb und frei zugänglich ist. Wir stellen den Vagabund auf die Waage und bekommen ein aktuelles Gewicht von 6100 kg angezeigt, und das bei vollen Tanks und all der Ausrüstung, die wir auf einer langen Reise mit uns führen. Bis zum Erreichen des zulässigen Gesamtgewichts haben wir also noch üppige vierhundert Kilo Reserve, das fühlt sich gut an.

In Fredrikstad nutzen wir die kostenlose Fußgängerfähre, die ständig mehrere Anlegestellen in der Stadt anläuft, um zur historischen Altstadt zu gelangen. Sie wurde im 16. Jahrhundert auf einer Insel gegründet und hat sich seither zu einer bedeutenden Industriestadt entwickelt. Heute hat die Stadt mit ihren vielen Ateliers und Restaurants eine sehr entspannte Atmosphäre, die auf jeden Fall im Sommer einen weiteren Besuch verdient.

Fredrikstad, Norwegen
Kunst in der wunderschönen Stadt Fredrikstad

Fredrikstad, Norwegen
Segelschiffe in Fredrikstad
Flagge Schweden

Ab Fredrikstad geht es für uns in Richtung Malmö, von wo wir für den kommenden Dienstag die Fähre nach Travemünde gebucht haben. Kurz vor der schwedischen Grenze, an der letzten Esso Tankstelle in Norwegen, gibt es einen Tax Refund Schalter, an dem wir den Beleg unserer in Tromsø gekauften Jacken abgeben, um die Mehrwertsteuer zurückerstattet zu bekommen. Laut Aussage des Angestellten kann das ein paar Wochen dauern, wir sind gespannt. 

In Schweden übernachten wir einmal am schönen Stellplatz beim hübschen Schloss Tjolöholm und ein weiteres Mal wenige Kilometer vor dem Fährhafen von Malmö, sodass wir am nächsten Morgen schnell zum Check-in kommen. 

Für die neun Stunden dauernde Überfahrt haben wir eine große Außenkabine, in der wir es uns schön bequem machen können. So kommen wir am Abend entspannt in Travemünde an, wo wir die Nacht auf dem großen Parkplatz in der Nähe des Zentrums verbringen. 

Damit endet unsere Reise durch Norwegen, das uns mit seiner rauen Schönheit völlig in seinen Bann gezogen hat. Wir können es schon jetzt kaum erwarten, bald wieder zu kommen

Tjolöholm, Schweden
Schloss Tjolöholm bei Göteborg


Karte unserer Reise

Karte Skandinavien
Lange Fahrt durch Lappland in den Süden